Bericht über die Judoabteilung der Senioren

 
Gunnar Sommer
Gunnar Sommer

 

                               

Lerne von den Fehlern anderer,

du wirst nicht lang genug leben,

um sie alle selbst zu machen.

 

Zu fallen ist nicht schlimm,

solange du wieder aufstehst.

 

Ziehe, wenn du gestoßen wirst

und stoße, wenn du gezogen wirst.

(J. Kano, 1860 – 1938, 12. Dan)

Die Seniorenabteilung:

 Mit 18 Jahren ist man beim Judo bereits "Senior", obwohl man vor dem Gesetz gerade mal volljährig ist und den Führerschein machen darf.

Um es den 18-jährigen Senioren beim Wettkampf nicht ganz so schwer zu machen, bestand die Möglichkeit, sich mit Gleichaltrigen zu messen und zwar bei den "Junioren".

Die Juniorenzeit war von 18 – 21 Jahren. In dieser Zeit platzierten sich unsere Junioren viele Male bei den Hamburger Meisterschaften und stellten mit Claus Bathke, Gunnar Sommer und Rainer Schumann jeweils einen Hamburger Meister der Junioren. Rainer Schumann belegte sogar bei den Deutschen Junioren Einzelmeisterschaften einen hervorragenden 3. Platz.

Das Training der Senioren wurde seinerzeit von Michael Bründel geleitet.

Durch den Wechsel der Jugendmannschaft wurde das Seniorentraining bereichert und wieder mehr mit mehr Leben erfüllt. Es konnte wieder eine Mannschaft gestellt werden, die dann, bestehend aus "alten Senioren" und "jungen Senioren", an den Start ging. Trainiert wurde weiterhin 2 – 3 mal die Woche. Andere Trainingsstätten wurden aufgesucht, um möglichst abwechslungsreich und mit verschiedenen Partnern zu trainieren. Die Trainingseinheiten wurden teilweise auf bis zu 5 mal in der Woche erhöht. Dies aber nicht regelmäßig, sondern nur in der Vorbereitungsphase auf größere Meisterschaften wie z. B. die Hamburger, Norddeutsche oder Deutsche. Die ersten Erfolge stellten sich ein. Der BKSV stellte 2 Kämpfer, und zwar Rainer Schumann und Gunnar Sommer, die die damalige Bundesligamannschaft des TH Eilbek verstärkten und auch bei den Bundesliga-Aufstiegskämpfen 1977 tatkräftig mitgewirkt haben. Aber auch die Mannschaft des BKSV konnte wieder im Kampfgeschehen mitmischen und errang am 18.11.1978 den Titel des Hamburger Mannschaftsmeisters, den sie zuletzt 1972 für sich entscheiden konnten. Mit diesem Titelgewinn qualifizierte sich die Mannschaft für die Aufstiegsrunde in die Bundesliga. Da es mit dem Sprung in die Bundesliga nicht geklappt hat, kämpfte der BKSV 1979 und 1980 in der neu erschaffenen Regionalliga Nord. Leider erwies sich die Regionalliga als eine Nummer zu groß für unseren relativ kleinen Verein, sodass wir wieder abgestiegen sind.

Nachdem dann die alten Senioren zu alt wurden und sich nach und nach aus dem Kampfgeschehen zurückgezogen haben, wurde dann auch das Training in jüngere Hände gegeben. Dies waren die Hände von Rainer Schumann und Gunnar Sommer. Es kristallisierte sich langsam aber sicher eine neue Mannschaft heraus, die an die guten Leistungen anknüpfen konnte und sich durch mannschaftliche Geschlossenheit auf Hamburger Mannschaftsmeisterschaften und zahlreichen anderen Mannschaftsturnieren auszeichnen konnte. Trainerlizenzen wurden erworben, um das Training neu zu gestalten und um zielorientierter trainieren zu können. 1983 die Fachübungsleiterlizenz, danach die Trainer B-Lizenz und schließlich am 18.12.1993 die Trainer A-Lizenz im Bundesleistungszentrum in Köln unter dem Prüfungsvorsitz des jetzigen Bundestrainers der Männer, Frank Wieneke.

Durch die Umstellung des Trainings konnten bereits 1983 die ersten Früchte geerntet werden. Bei der Hamburger Landesliga wurde ein hervorragender 2. Platz erreicht. Dieser 2. Platz berechtigte die Teilnahme an einem erstmals vom Deutschen Judo Bund durchgeführten Pokalturnier. Für dieses Pokalturnier waren 10 Mannschaften aus ganz Norddeutschland startberechtigt, wovon sich die ersten beiden für das Bundesfinale am 14.02.1984 in Berlin qualifizieren konnten. Bei diesem Turnier belegte der BKSV den 3. Platz und war somit nicht qualifiziert.

Die Mannschaft kämpfte in den darauffolgenden Jahren weiter in der Hamburger Landesliga und konnte sich dort durch gute Kämpfe weiterhin auszeichnen.

(R.Löser, C.Bathke, R.Schumann, J.Bargenda, F.Timm, Vorn liegend: ??, H.J.Bambus)

Training 1982

(N.Willhöft, M.Bründel, C.Bathke, P.Bornholt, G.Sommer, S.Mansing, R.Schumann, H.J.Bambus)

Jubiläumsturnier 1985 in Nordheim

Auch bei den Einzelwettbewerben wurde den Name BKSV-Goliath bei Siegerehrungen wieder häufiger genannt. Das professionellere Training und die Zeit für die Trainerausbildung hat sich auch hier gelohnt. Nach 14 langen Jahren stellte der BKSV-Goliath 1984 mit Gunnar Sommer den Hamburger Meister in der Klasse bis 78 kg. 1985 folgte dann Rainer Schumann mit dem Titel des Hamburger Meisters in der Klasse bis 86 kg. Zwei 3. Plätze auf der Norddeutschen und Teilnahme an der Deutschen und Internationalen Deutschen folgten. Die Hamburger Rangliste wurde in den Achtziger Jahren zum Teil von den Goliathen beherrscht. So konnten Rainer Schumann und Gunnar Sommer die begehrte Trophäe jeweils 3 x für sich und den Verein gewinnen. Die Athleten Claus Bathke, Ralf Löser, Norbert Boßlar und Heinz-Jörg Bambus konnten ebenfalls durch gute Leistung bei Einzel- und Mannschafts-Wettbewerben herausragen.

Aufgrund der anhaltenden guten Leistungen wurde auch der Sportwart auf unsere Kämpfer aufmerksam und hat Rainer Schumann, Gunnar Sommer und Claus Bathke in die "Hamburger Auswahl" berufen. Mit der "Hamburger Auswahl" wurden diverse nationale und internationale Vergleichskämpfe bestritten. Es wurden Reisen u.a. nach Polen, in die damalige Tschechoslowakei und nach Finnland unternommen, um auch auf internationaler Bühne Kampferfahrungen zu sammeln.

Gegen Ende der achtziger Jahre wurden dann auch diese Senioren zu alt zum Kämpfen. Geplagt von kleinen und größeren Wehwehchen neigte sich das Kämpferleben langsam aber sicher dem Ende entgegen. Potentieller Nachwuchs blieb aus, sodass das Training auf einen Trainingstag in der Woche reduziert wurde.

Das änderte sich allerdings Mitte 2002. Es wurde an 2 Tagen in der Woche in der Halle Wittenkamp eine intensive Dan-Vorbereitung abgehalten. Judoka aus ganz Hamburg sind zu uns gekommen, um sich auf die Prüfung im Dezember vorzubereiten. Am 14. 12. 2002 war es dann soweit. Rainer Schumann bestand die Prüfung zum 5. Dan . Kai Krüger bestand ebenfalls die Prüfung und trägt seitdem den 1. Dan. Gunnar Sommer hat im Dezember 2003 seine Prüfung zum 5. Dan bestanden.

Rainer und Gunnar sind die derzeit höchsten Dan-Träger des Vereines.

Die Seniorenabteilung des BKSV-Goliath kann auf eine Fülle von Erfolgen zurückblicken, die für einen Verein, dessen Judoabteilung die Mitgliederzahl von 100, davon 20 Senioren, nie überschritten hat, sehr beachtlich sind. Dies wäre ohne finanzielle Unterstützung teilweise nicht möglich gewesen. So hat der Vorstand zu jeder Zeit dafür gesorgt, dass Fahr- und Startgelder sowie Verpflegungszuschüsse immer übernommen wurden. Die Trainer- Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen wurden ebenfalls immer erstattet. Herzlichen Dank an dieser Stelle für die vorbildliche Einstellung des Vorstandes gegenüber den Aktiven.

Zu guter Letzt möchte ich noch auf zwei Ereignis hinweisen, welche 1979 aus der Taufe erhoben wurde.

1.) Seit über 25 Jahren veranstaltet die Judoabteilung des BKSV eine Faschingsfeier in Barmbek.

2.) 1979 beschloss eine Gruppe BKSVer, bestehend aus Aktiven, Trainern und Vorstandsmitgliedern ein gemeinsames Pfingstwochenende auf einen Campingplatz in Behrensdorf an der Ostsee zu verbringen. Dieses verlängerte Wochenende hat allen so gut gefallen, dass es sich jährlich wiederholte und wiederholte und wiederholte.

Wir alle hoffen, dass diese Traditionen noch lange aufrechterhalten werden können und dass wir in 25 Jahren alle gemeinsam das 50-Jährige-Pfingst-/Faschings-Jubiläum feiern können.