Die Anfänge des Aikido
Aikido wurde Mitte der sechziger Jahre vor allem durch den Budo-Meister Gerd Wischnewski in Deutschland populär gemacht. Durch die Gründung von Aikido- Gruppen in Wiesbaden und Lübeck und Vorführungen bei nationalen Veranstaltungen breitete sich diese Budo-Sportart immer weiter aus.
So fanden sich auch in Hamburg unter Helmut Keyer beim BKSV GOLIATH einige Sportler zusammen, um die Kunst des Aikido zu erlernen. Das erste Training begann Ende 1966 mit einer handvoll Leute. Da es in Deutschland noch kaum Trainer gab, die die Techniken weiter vermitteln konnten, holten sich die Aikidoka des BKSV GOLIATH ihre Kenntnisse aus Abbildungen, gelegentlichen Besuchen von Trainingsstunden in Lübeck und Lehrgängen in anderen Städten. Besonders die Teilnahme am Training in Lübeck und die gute Zusammenarbeit mit dem HJV und dessen Unterstützung, sowie Lehrgänge mit Meister Wischnewski in Hamburg machten es möglich, dass am 18.2.1968 die erste Aikido-Kyu-Prüfungen durchgeführt werden konnten.
Mit diesen ersten Gelbgurten war ein bescheidener Anfang gemacht und es hatte sich gleichzeitig ein fester Teilnehmerkreis gebildet, der regelmäßig zum Training erschien, Lehrgänge zur Weiterbildung besuchte und in der Lage war , die neu erworbenen Kenntnisse an andere Aikidoka weiter zu geben.
Trotz allen Einsatzes wäre die Aikidoabteilung des BKSV GOLIATH in ihrer technischen Entwicklung nicht so schnell vorwärts gekommen, wenn sich damals nicht ein paar erste Dan-Träger aus Lübeck bereit erklärt hätten, in Hamburg einmal wöchentlich das Training zu leiten. Da der BKSV GOLIATH lange Zeit das Zentral-Dojo für Aikido in Hamburg war, kamen zuerst Rolf Brand, der damalige Bundestrainer und später Gerd Bennewitz, um dieses Training durchzuführen. Durch diese tatkräftige Unterstützung und durch die regelmäßige Teilnahme an immer häufiger stattfindenden Wochenend- bzw. 1-2 wöchigen Lehrgängen, die auch von hohen Dan-Graden aus dem Ausland geleitet wurden, wich der ehemals hölzerne Stil weichen, runden Bewegungsabläufen, die ein wesentliches Merkmal des Aikido sind.
Mit der technischen Entwicklung stieg auch die Mitgliederzahl, 1973 waren es etwa 40 Aktive.

Nachdem in dem Bericht über die Anfänge des Aikido eben über die Zeit bis 1973 berichtet wird, möchte ich meine Chronik hier beginnen.
Gerd Bennewitz wurde 1970 Trainer der Aikidoabteilung, 1972 erhielt er die Ehrennadel in Gold vom BKSV Goliath Hamburg und die Ehrenmitgliedschaft.
Mit Sigrid Witzig-Kühl und Jürgen Mahnke hatten wir auch bald die ersten eigenen Danträger.
1977 verließ Rolf Brand die Sektion Aikido des DJB und gründete den Deutschen Aikido-Bund. In der Folgezeit suchte die Sektion Aikido einen neuen Meister und es wurden auch von den "Goliaths" verschiedene Lehrgänge besucht, unter anderem mit:
Yves Cauhepe 4.Dan (Schweiz)
Andre Nocquet 8.Dan (Frankreich)
Okt. 77 Bundeslehrgang in Travemünde mit Kimura 4. Dan (Japan)
Nov. 77 Bundeslehrgang in Siegen mit Degueldre 5.Dan (Belgien), Schüler v. Tohei
Febr. 78 Bundeslehrgang in Rüsselsheim mit Kobayashi 8.Dan (Japan)
Mai 78 Landeslehrgang in Hamburg mit Degueldre 5.Dan
Juni 78 Bundeslehrgang in Rüsselsheim mit Tohei 10. Dan
Im April 1978 wurde Frank Elsner der dritte Danträger der Abteilung.
Im März 1980 fand ein Bundeslehrgang in Lübeck mit Shimizu 7. Dan (Japan) statt, der die Sektion Aikido des DJB bewog, sich Shimizu-Sensei als neuen Meister zu wählen.
In den achtziger Jahren breitete sich Aikido in Hamburg aus, so dass "GOLIATH" seine zentrale Bedeutung etwas verlor. Auch kam es durch den Weggang von Trainern wie Jürgen Mahnke zu einer Stagnation.
1988 erfolgte mit verschiedenen anderen Vereinen der Übertritt von der Sektion Aikido des DJB zum DAB.
Seit 1992 ging es wieder bergauf. Dirk Bennewitz zog nach Hamburg und übernahm das Fortgeschrittenentraining und sein Vater Gerd, seit 1992 4.Dan, reiste wieder alle 2 Wochen an. Es wurden in den folgenden Jahren eine Reihe von Vereinslehrgängen ausgerichtet.

1995 wurde die Kindergruppe eröffnet, 1997 kam eine zweite Trainingszeit für die Kinder dazu.
1997 konnten wir mit Marco Busse und Joachim Eiselen seit langer Zeit wieder die ersten beiden selbstgezogenen Danträger feiern. Weitere Danträger folgten: 1999 Gisbert Burckardt, 2000 Siegfried Gentz und Günter Hackmann, 2002 Eleni Sotiropoulos.

Seit 1999 führt Joachim Eiselen das Fortgeschrittenentraining, das er von Dirk Bennewitz, der aus beruflichen Gründen aufhören musste, übernommen hat.
Marco und Günter haben inzwischen den Verein verlassen und eigene Gruppen gegründet.
Im September 2002 wurde mit "GOLIATH" als Ausrichter der erste Bundeslehrgang in Hamburg in der Sachsenwald-Sportschule ausgerichtet. Lehrer war Martin Glutsch, 5. Dan Aikido. Es kamen 78 Teilnehmer (1. Kyu bis 5.Dan) aus ganz Deutschland. Im April 2003 wurde ein zweiter Bundeslehrgang in Hamburg, ebenfalls in Wentorf ausgerichtet. Lehrer war wieder Martin Glutsch, 5. Dan Aikido. Diesmal kamen 75 Teilnehmer (1. Kyu bis 5.Dan) aus ganz Deutschland.
Wolfgang Glöckner, mein (und Hamburgs) erster Bundeslehrgang 28./29. Sept. 2002
Schuld an allem war eigentlich Gisbert Burckardt. Denn der kam eines schönen Tages im Herbst 2000 zu mir und sagte: "Wollen wir nicht mal einen Bundeslehrgang in Hamburg machen?" Nun ja, sagte ich, nach 11 Jahren AVHH wird es ja mal Zeit. Also schritten wir zur Tat. Der Termin war vom damaligen VPT, SK Erhard Altenbrand, schnell festgelegt und Gisbert stellte den Kontakt zur Sportschule in Wentorf her.
Die Sportschule war zu dem Termin auch frei und so konnte der organisatorische Teil so richtig losgehen.
SK Erhards Nachfolger Karl Köppel bestimmte dann Martin Glutsch zum Lehrer. Kai Kleeberg, der erste Vorsitzende des AVHH, stand der Sache sehr skeptisch gegenüber, da zwei Jahre vorher ein Landeslehrgang mit Martin mangels Beteiligung ausgefallen und der AVHH auf den Mietkosten für die Sportschule sitzen geblieben war, aber davon ließen wir uns nicht beirren. Vorsichtig gemacht hatte es uns allerdings doch, so dass wir bei der Anmeldung in der Sportschule im Herbst 2001 nur von 30 bis 40 Teilnehmern ausgingen.
Dann hieß es nur noch die Ausschreibung in die AA setzen und der Dinge harren, die da kommen würden.
Und die Dinge kamen.
Zum einen ist ein Bundeslehrgang etwas Anderes als ein Landeslehrgang, zum anderen hatte Martin sich inzwischen auch im Norden einen guten Namen gemacht.
Kurz, gegen Ende August brach eine Flut von Anmeldungen über mich herein, nicht nur aus dem Norden, sondern aus ganz Deutschland. Auf so ein Echo hatte ich kaum zu hoffen gewagt. Irgendwann fragte ich Martin, wieviele Leute er auf 400qm Matte unterbringen könne, er meinte, 60 seien das Maximum.
Als ich über 70 Anmeldungen hatte, wollte ich mir schon Gedanken über das Absageverfahren machen, aber Martin sagte, wir sollten niemandem absagen, irgendwie würde es schon gehen.
Zum Anmeldeschluss lagen mir 82 Meldungen vor, nach den üblichen Nachmeldungen und Absagen in letzter Minute fanden schließlich 78 Aikidoka den Weg nach Wentorf.
Nachdem sich wundersamerweise auch die letzten Probleme bei der Zimmerverteilung gelöst hatten, ging es dann pünktlich um 15.00 h los mit dem ersten Bundeslehrgang des DAB in Hamburg.
Ich könnte jetzt schreiben, wie toll, einmalig, fantastisch etc. dieser Lehrgang war, aber wir wissen ja: jeder Bundeslehrgang ist toll, einmalig, fantastisch etc., so auch dieser Lehrgang.
Aufwärmen, Gymnastik, Techniken, man kennt es ja. Martin hatte ein verschmitztes Lächeln für jeden und bekam von jedem ein verschwitztes Lächeln zurück.
Martin überzeugte nicht nur mit seinen makellos präzisen Techniken, sondern auch mit seiner schnellen Auffassungsgabe für Fremdsprachen: Er begrüßte uns am Sonntag Morgen mit einem (fast) akzentfreien "Moin, Moin!"
Danach brachte er uns trotz der erschwerten Bedingungen aufgrund des gemütlichen Beisammenseins vom Vorabend wieder auf Trab. So ging auch diese Trainingseinheit viel zu schnell vorüber.
Nach dem Mattenabbau und einem guten (nicht zu salzigen) Mittagessen kam dann das allgemeine "Tschüs" und "Bis zum nächsten Mal".
Das nächste Mal findet übrigens am 26./27. April 2003 statt, wieder mit Martin als Lehrer statt.
(Siehe Ausschreibung auf Seite... in dieser AA). Ich verspreche auch, dass ich bis dahin weiß, wo die Frauen duschen können, die nicht in der Sportschule übernachten...
Wolfgang Glöckner




